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Thrash Metal aus dem One-and-only-Pott – Die Lesung

Aber alles begann früher, genauer gesagt 1982, als Tyrant das gar nicht mehr so staubige Licht der Gründung in Essen erblickte, um später zu der Metal-Legende Kreator zu werden.

Aber warum traf sich die Metal-Gemeinde gerade in Düsseldorf zu einer Lesung? Wo man sich doch sonst eher den verzerrten Sound auf die Ohren ballert als den Klang von gelesenen Buchstaben?

Mille Petrozza und Torsten Gross hatten geladen (altertümlicher kann man die Spannung nicht hochhalten), um aus Milles Biografie „Your Heaven, My Hell“ zu lesen und Fragmente von Kreator-Songs auf der Gitarre zu spielen.

Die Hütte war voll und die Show begann pünktlich. Das hatte man von anderen Künstlern schon anders erlebt. Metalmäßig ungewöhnlich quetschten wir uns in die zweite Reihe einer bestuhlten Halle, mit einem fast unverbaubaren Blick auf Mille und Torsten. Näher ging fast nicht mehr.

Grüner als gedacht

Kreator sind eine Band aus dem Ruhrgebiet, dem Pott oder einfach aus dem Revier. In unserer Vorstellung regnete es Asche. Die Nacht war erleuchtet von den Hochöfen. Pommes und Currywurst gab es anstatt Muttermilch. Aber in der Erinnerung von Mille ist es grüner, die Zechen waren zu dieser Zeit schon stillgelegt und der Kohleabbau auf den Rückzug. Was der Umwelt sicher gutgetan hatte, war für die Menschen im Pott eine Katastrophe, aber, wenn man in dieser Zeit etwas Positives abgewinnen wollte: Genau diese Umgebung war es, was der kompromisslose Thrash-Metal von Kreator brauchte.

Back in the days – Tape Trader

So halte immer einen Bleistift parat. Ein Mantra der vorstreaming Ära. Mit etwas Glück konnte man die Kassette vor dem Tod durch Bandsalat retten. Manchmal. Die Kombination von Kassette und Tape Tradern, etwas, das komplett an mir vorbeigegangen ist, hat die Metal-Szene weltweit umspannt. Ein Motor für den internationalen Austausch. Dies führte dazu, dass Mille intensiven Kontakt mit Max Cavalera von Sepultura hatte, der ihn, nach seinen Aussagen, permanent um neue Tapes bat. So wanderten die Bänder um den Globus und direkt in die Gehörgänge der Metal-Maniacs.

Gary Holt und die Frage: Wer hat das Riff gestohlen?

Ein „Sorry“ Richtung Gary Holt. Gitarrist bei Exodus und Ersatzmann für den leider verstorbenen Jeff Hannemann und Freund von Kirk Hammett. Aber kommen wir zum Excusatio zurück. Mille hatte doch tatsächlich ein Riff von Gary Holt geklaut. Welches? Ich habe nicht richtig zugehört. Eine Kurzrecherche, KI, was denn sonst, brachte auch kein Ergebnis zu Tage. Gary konterte: Nö ich war das. Mille: Aber wir hatten schon eine Scheibe im Umlauf, also war ich es. Wahrheit oder Mythos? Wir werden es nie erfahren.

Das Ende kam zu schnell

Wie immer: Alles Schöne geht zu schnell zu Ende. Nach 90 Minuten intensiver Lesung, Gespräch und Musik war es dann vorbei. Eine Wiedergabe hier im Blog nur ein Versuch, die Stimmung des Abends einzufangen. Die Autogrammstunde haben wir uns geschenkt, da die Schlange fast bis zum Mond gereicht hätte.

Resümee oder Fazit oder wie man es auch immer nennen möchte: Es war geil und Mille hat bewiesen, dass Kreator auch nach mehr als 40 Jahren die Gene des Thrash-Metal in sich tragen und Lesungen auch Spuren von Metal enthalten können.

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